About Bordercrossings, Cherry Pie and Shit-Kickers

Hier also der zweite Teil meiner Reisedokumentation. Ich war in Twin Peaks!! Also in dem Dorf welches als Schauplatz für Twin Peaks hergehalten hat. Ich war an den Wasserfällen von Twin Peaks und beim Diner wo Special Agent Dale Cooper seinen schwarzen Kaffee getrunken und Cherry Pie gegessen hat. Das Dorf befindet sich unweit von Seattle Richtung Rockys. Ich hab mich gefreut wie ein kleines Kind.

British Columbia

Vancouver war nur etwa 3 Stunden von Seattle entfernt. Grenzüberschreitungen waren vollkommen unproblematisch. Tatsache ist, Vancouver ist genial. Tatsache ist ebenfalls, dass wir diese Stadt nach etwa 12 Stunden wieder verlassen mussten. Anderweitig hätten wir möglicherweise nicht überlebt. Das war die intensivste Nacht meines Lebens, oder zumindest meiner USA Reise. Einzelheiten gibt es dann bei uns in Graz in der Küche, bei einer netten Flasche Rotwein.

California

Letztendlich hatten wir genug Kälte erduldet. Wir waren auf schnellstem Wege unterwegs in den Süden. Besonders hervorheben möchte ich unseren Trip durch den Westen Washington States, nahe der Indianer Reservate. Man stelle sich einen großen, dichten Nadelwald vor, der unerwarted in einen Strand übergeht, welcher im Meer endet. Dort haben sie die Twilight Kitschfilme gedreht – ja, wir waren auch in Forks. Mit jeweils einnächtigen Unterbrechungen in Seattle und Eugene haben wir San Francisco erreicht. Wir haben nicht direkt in Frisco gelebt, sondern in der angrenzenden Stadt Berkeley, der brühmten Heimat der Berkeley Software Distribution (BSD). Brad war das Arangement bei Lillian zu verdanken. Ausschlaggebend war dabei die Tatsache, dass Lilly ein halbes Jahr in Österreich auf Schüleraustausch verbracht hatte, was mir Brad als besondere “Überraschung” darbringen wollte. Die Wohnung entpuppte sich schließlich als 6er WG – Spaß, Spaß, Spaß! San Francisco ist die schönste Stadt der USA, die ich persönlich gesehen hab. Möglicherweise auch die teuerste, wenn nicht NYC noch darüber liegt. Wir waren in Wäldern wandern, Heimat der breühmten Redwoods, riesenhafter Küstenmammutbäumen.

Ein paar Tage später sind wir aufgebrochen. Nicht nach Las Vegas, wie ursprünglich geplant, wir sind auf gutglück nach Los Angeles gefahren um dort ein Mädchen zu besuchen, welches Brad zufällig in Vancouver kennen lernte. Alexandria hat ein Apartment, einen Block vom Strand entfernt. Ich war zum zweiten mal im Ozean schwimmen, diesmal bei angenehmen Temperaturen (üblicherweise hatten wir im Süden über 20°C). Der Ozean in San Francisco war verflucht kalt. Am Abend gabs Nachbarschaftsparty wie man es sich in Kalifornien so vorstellt. Man spielte Beer Pong und wollte mich um jeden Preis für die nächste Governor Election vorschlagen.

Arizona

In Phoenix haben wir uns ausgeruht. Im Apartment eines ehemaligen Studienkollegen von Brad, der dort bei Intel Semiconductors beschäftigt ist. Bei der Gelegenheit hab ich die Mutter der Mütter aller Realityshows kennen gelernt. Warum sich unsereins manchmal auf das Niveau letztklassiker Reality Shows herab lässt? Weil es einem so brutal die urkomischen Probleme einfacher Wesen ins Gesicht schlägt, dass man es einfach nicht fassen kann. “Jersey Shore” gleicht einer Überdosis. Es fällt schwer sich mehrere Episoden nacheinander anzusehen, da man vor Erschöpfung zusammen zu brechen droht – getrieben von hysterischem Lachen.

Texas

In einem nächtlichen Vorstoß  haben wir eine Strecke von über 1000 Meilen absolviert, von Phoenix, Arizona nach Austin, Texas. Es war unmöglich in Austin Couch Srufer aufzutreiben, darum haben wir uns drei Tage lang in einem Hostel einquartiert. Sensationelle Entscheidung in Anbetracht der sensationellen Gesellschaft. Die Majorität im Hostel stellten Australier, frag mich warum. Einer davon war ein richtiger Weltenbummler. Seit seinem Aufbruch vor 16 Monaten hat er jeden Kontinent bereist. Unter anderem ist er mit dem Motorrad von Südamerika nach Nordamerika gefahren. Die Darién Gap, ein sumpfiger Abschnitt in Panama, auf dem noch keine Straße existiert, überbrückte er mit einem Kollegen mithilfe eines selbstgebauten Motorbootes, angetrieben von ihren zwei Motorrädern. Er hat 60 Stunden Video Rohmaterial und hat vor eine Doku drauß zu machen. Selbiger hat sich in Iowa eine Limousine gekauft und cruist mit dieser durch die Staaten. Sie hat racing stripes!!

Louisiana

New Orleans ist komplett anders als alles was ich bis dahin gesehn hab. Die Leute hier sind arm, die Stadt ist herunter gekommen, gezeichnet von Katrina. Nichtsdestotrotz wissen die Menschen hier wie man richtig Party macht, meine Herrn! Die Bourbon Street ist dabei die Hauptstraße des Geschehens. Live Musik in den meisten Bars, rauchen ist erlaubt in den Bars, trinken ab 18 und Kasinos.

Rein zufällig fand an diesem Sonntag ein Footballspiel der Minnesota Vikings gegen die New Orleans Saints statt. Obendrein ein sehr wichtiges Spiel, und zwar das Halbfinale der Play Offs. Und damit ging es um den Einzug in den Superbowl, dem Spiel des Jahres. Brad, aus Minnesota stammend, hat sich um ein halbes Vermögen eine Karte besorgt. Ich, Loyal wie ich bin, hab mich mit ein paar Vikings Fans zusammen getan und mir das Spiel in einer Bar an der Bourbon Street angesehen, umzingelt von Saints Fans natürlich. Brad hat mir im nachhinein bestätigt, dass es eines der besten Spiele war, die er jemals gesehen hat. 28:28 war der Spielstand nach Ablauf der regulären Zeit. Danach gibt es 15 Minuten mit einer Golden Goal Regelung. Die Saints haben das Spiel mit einem Fieldgoal, einem normalerweisen punkteschwachen Spielzug, beendet. Was daraufhin innerhalb von 30 Sekunden auf den Straßen los war ist nicht in Worte zu fassen. Eine riesen Menschenmenge springt, tanzt, schreit und zieht, begleitet von einer Marschkapelle, durch die Straßen, der Verkehr steht in der gesamten Altstadt. Sowas hab ich noch nicht erlebt.

Arkansas

Im Moment hängen wir in einer Wohnung in Little Rock, Arkansas ab. Unsere Gastgeberin ist Ginna, eine alte Bekannte von Brad. In Little Rock gibt es nichts, rein garnichts. Die Clintons kommen von hier. Angeblich gibt es ein Clinton Museum, aber wer will schon ins Clinton Museum? An dieser Stelle möchte ich betonen, ich bin nicht im Urlaub. So eine Reise ist anstrengend und von Zeit zu Zeit ein, zwei Tage nichts tun ist notwendig. Ich bin ja nicht unproduktiv. Ich schreibe beispielsweise diesen ganzen Kram hier während dieser Zeit. Achja und seit gestern habe ich einen Shit-Kicker. Mit dem Teil bin ich amerikanischer als so mancher Amerikaner. Damit melde ich mich ab.