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  • Martin Hammerschmied 3:49 am on September 18, 2009 Permalink | Reply
    Tags: story   

    Ich kann nicht schlafen… 

    …deshalb schreib ich was. Ich bin heute nur kanpp einer Binddarm OP entgangen. Nach zweitägiger Beobachtung haben die mich wieder nach Hause geschickt. Ich war davor noch nie stationär im Krankenhaus, eigentlich garnicht so übel. Vor allem das Essen. Vielleicht haben die meisten einfach nur Pech mit dem Krankenhausessen, meines war jedenfalls klasse. Es war ein Krankenhaus der Elisabethinen, das bedeutet gemeinsames Abendgebet, jede Menge Ordensschwestern und allein im Hauptgebäude zwei Kapellen. Dieser katholische Habitus hat mich etwas irritiert. Wenigstens hat Mohammed im Zimmer für Kontrastprogramm gesorgt. Ich habe mein Krankenhausarmband noch nicht abmontiert. Mein Plan ist, mir einen dieser Krankenhaus Schlafhemnden zu besorgen, die hinten offen sind und damit orientierungslos über den grazer Hauptplatz zu torkeln. Ich lass Fotos machen, versprochen.

    Heute bin ich über eine hervorangede Wahlplakat-Schmierage (schreibt man das so?) gestoßen. Und alle so: “yeaahh”. Muss ein bischen sickern, aber ich kann einfach nicht aufhören darüber zu lachen. Genauso wie bei dem Baby mit dem evil look. Bin schon gespannt auf die deutsche Bundestagswahl. Hoffentlich schaffen die Piraten die 5%, auch wenn dafür vermutlich ein Wunder geschehen müsste. Andererseits hätte ich auch gerne, dass sie nicht mehr als 5% bekommen. Ich meine, kommt schon – eine Partei mit einem Thema? Auch wenn das Thema wichtig ist.

    Gestern hatte die neue wiener Fassung vom Musical “Tanz der Vampire” im wiener Ronacher Premiere. Die Originalfassung von Roman Polanski vor 12 Jahren war unfassbar geil. Nächste Woche schau ich mir das an.

    Gott es ist wirklich schon spät – oder früh. Lesen hat bis jetzt noch immer funktioniert. Gute Nacht und träumen Sie sinnvoll.

     
  • Martin Hammerschmied 9:19 am on September 22, 2007 Permalink | Reply
    Tags: nerds, story   

    Nerd alert! 

    Vor einiger Zeit war ich bei einer allwöchentlichen Versammlung der Freifunk-Gilde “Funkfeuer”[1]. Ein paar von euch kennen diesen Verein möglicherweise. Ein Haufen überdurchschnittlich intelligenter junger Leute mit großen Idealen und beeindruckend kreativem Bastlergeist. Nun, ich war also dort, hab auch ein bischen herum gequatscht und war nicht schlecht amüsiert, als einer von denen meinte, nachdem ich mich vorgestellt hatte, er kenne mich bereits von meinem Blog. Wow… Zugegeben er studiert auf der selben Uni, im selben Jahrgang und wusste irgendwie über drei Ecken wer ich bin. Trotzdem, sowas passiert einem normalerweise einfach nicht. Das geht nur im Nerd Tempel TU. Und da ich selber einer von ihnen bin und ebenfalls einen Nerdfaktor vorweise, der nicht von schlechten Eltern zeugt, werde ich nun meinen Tribut zollen.

    Bestimmt kennt der Leser Filmtitel diverser Hackerfilme wie “Startup (aka Antitrust)” oder “23 – Nichts ist wie es scheint”. Junge ausgeflippte Computerfreaks, intelligent wie fünf andere zusammen, mit großen Ideen und Idealen, kämpfen digitale Kriege gegen Konzerne und Regierungen. Und glaubt mir, jeder Computerfreak würde sterben um einer von ihnen zu sein. Das interessante dabei ist, es ist absolut nichts Außergewöhnliches dabei, obwohl das so viele Leute denken. Aus demselben Motiv verkauft sich das Seitenblicke-Magazin.

    Wäre da bloß nicht das Pflichtbewusstsein einmal “etwas Anständiges zu machen”, das wachsende Bedürftnis unserer Gesellschaft nach Sicherheit. Ach dieses Pflichtbewusstsein … ach und dieser Wunsch nach Sicherheit … ach … Ich könnte schon längst mit meinen Nerdfreunden fürs Leben in einer Garage hocken und die digitale Revolution auslösen, verdammt!! Wen braucht man eigentlich für so eine Aktion? Wie war das noch in diesen Filmen?


    Casting einer digitalen Revolution:

    Das Superhirn: Der unausgesprochene Anführer jeder Revolution. Ein schlanker, hochgewachsener Junge mit einem schmalen Gesicht und einer starken Brille. Er trägt Hemd, Jeans und Seitenscheitel. Er hat sich sein Leben lang mit Computern beschäftigt, und ist auch jenes Mitglied in der Gruppe mit der meisten Menschenkenntnis und dem größten Einschätzungsvermögen. Aufgrund dieser Eigenschaften wird er von allen akzeptiert. Er interessiert sich nicht für Mädchen, da es bis jetzt keines in seinem Alter geschafft hatte ihn intelektuell herauszufordern. Kein Wunder, bei einem Gegenüber mit einem IQ von 156. Er schaut auf sich selbst, treibt Sport, raucht nicht und achtet stets auf ein gepflegtes Äußeres. Doch hinter der Fasade der Brillianz ist er sich nicht immer sicher wo er steht in dieser Gesellschaft und ist durchaus bereit Abwege zu beschreiten um es herauszufinden.

    Der Asiate: Ein Computer Geek asiatischer Abstammung gehört zum Repertoire wie ein Moustache zu Freddy Mercury. Für seine ganze Familie ist der Umgang mit Computern nichts Ungewöhnliches. Er hat es mit der sprichwörtlichen Muttermilch aufgesogen. Er ist ein Mensch mit Prinzipien: “Das Wissen der Menschheit gehört der Welt”, auch wenn sein Vater anderer Ansicht ist und regelmäßig versucht ihn im Geschäft seines Onkels unterzubringen. Dank eines ausgeprägten Organisationstalentes ist er für einen Großteil der internen Organisation zuständig. Wenn es notwendig ist wird auch mal eine Nachtschicht vor dem Computer eingelegt. Obwohl Vernunft ein wichtiger Wert ist ist es manchmal wichtig unvernünftig zu sein und ein Risiko einzugehen. Er weiß, dass er der schlimmste aller Stereotypen ist, aber er steht dazu.

    Der alternative Öko: Er macht mit weil er das Gefühl hat, dass es das Richtige ist, aber im Grunde macht er was er will und lässt sich von niemandem etwas vorschreiben – das behauptet er zumindest immer. Er ist drahtig, trägt einen vollen Bart, Stoffhosen und läuft die meiste Zeit barfuß durch die Gegend. Man sieht ihm nicht an, dass er ein Computer Freak ist und das ist seiner Meinung nach auch gut so. Er ist anders als die Anderen. Er ist in gewisser Weise ein Kämpfer, der Gegner gut einschätzen kann, jedoch dazu neigt Gegner zu sehen wo gar keine sind. Er bringt die notwendige Essenz an Schwung und Chaos in das Team. Er ist jähzornig und cholerisch, was ab und zu zu kleineren Reiberein mit den anderen führt. Meistens reicht es dann allerdings einen dicken Joint durch zu ziehen. Als nachtaktiver Mensch bevorzugt er entweder den Computer oder düstere Musik in einem der Szene-Schuppen der derberen Sorte.

    Das dicke Babyface: Babyface hatte nie richtige Freunde und auch keinen richtigen Bartwuchs. Seine Mutter sagt ihm immer, er hätte dafür andere Eigenschaften, die ihn liebenswert machten. Eigentlich könnte er ja ganz gut aussehen wenn er nicht so pummelig wäre. Allerdings wäre er dann vermutlich irgend so ein Durchschnittstyp geworden, der sich über Leute wie ihn lustig machte. Im Team wird er von allen mehr oder weniger akzeptiert. Er muss nicht ständig um Anerkennung kämpfen, wie sonst. Seine größte Stärke ist sein Vorstellungsvermögen, die ihn immer wieder auf Gedanken und Ideen bringt, die den Anderen die Sprache verschlägt. Er hat den Ruf ziehmlich feige zu sein, aber was die anderen reden ignoriert er. Keiner von denen weiß, dass er es war, der im November 2004 den Störfall im russischen AKW Balakowo verursacht hatte und nur beinahe nicht erwischt wurde.

    Das Skript-Kiddy: Mit 13 hat er einmal mit einem drittklassigen Hackertool aus dem Internet einen Glückstreffer erziehlt und den Zugang zum Netzwerk eines hundert Mann starken Unternehmens geknackt, welches sich mit der Herstellung speziell gewobenen Toilettenpapiers beschäftigt. Seitdem hält er sich für einen der größten Hacker der modernen Szene und versteht nicht warum das sonst niemand so sieht. Was er niemandem erzählt, ist, dass ihm der Sicherheitsexperte der Firma nach fünf Minuten auf die Schliche kam und er es nur einer intensiven Intervention seines Vaters verdankte, der es schaffte den Vorfall als einen Kinderstreich abzutun, dass er keine Anzeige bekommen hatte. Im Team spielt er eine untergeordnete Rolle, was ihn regelmäßig zu amüsanten Wutausbrüchen treibt.

    <CASTING />

    So, jetzt mal tachles Freunde. Ihr glaubt doch nicht ernsthaft den Schwachsinn, den ich hier verbreite? Wir sinds – Die Nerds 2.0! Seit der Evolution der elektronischen Musik sind wir resozialisiert! Wir kümmern uns um eure Vorratsdatenspeicherung und versorgen euch mit euren Billa Clubkarten um euer Konsumverhalten zu analysieren. Wir bauen kleine Chips in eure Plastikkarten, um stets zu wissen wo ihr seid und darauf zu achten, dass euch nichts zustößt. Wir geben euch Sicherheit – versprochen. Glaubt ihr irgendwer interessiert sich heutzutage noch ernsthaft für freien Informationszugang? Das Gegenteil ist der Fall, Information ist wertvoll und wir versuchen sie mit allen Mitteln vor anderen zu verbergen. Seit Google, YouTube, Yahoo, und wie sie alle heißen, geht es nur mehr darum wer die dicke Knete knetet. Im Ernst, wer soll uns aufhalten?

    Jemand muss uns aufhalten!

    Keine Sorge ich werde das regeln. Wozu hat man Freunde? Legt diese Aufgabe vertrauensvoll in meine Hände. Ich arbeite bereits an einem Masterplan. Die Datennetze werden in sich zusammenbrechen wie ein Kartenhaus im Wind. Ich habe bereits ein geeignetes Team zusammen gestellt. Es wird sein wie in den Filmen, ihr wisst schon, am Ende siegen die Guten! Es wird ein harter Weg. Heute Abend kommt mein Team vorbei. Wir werden einige Dinge regelen, ein paar wichtige Entscheidungen treffen, ihr werdet schon sehn! Das wird ein wichtiger Abend…

    …Tut mir sehr leid Freunde, wir haben gestern Abend beschlossen den einfacheren Weg zu wählen. In diesem Sinne starten wir demnächst unsere eigene kleine Garagenfirma, verdienen ein paar Milliarden Euzn damit und heiraten alle Supermodels. Sometimes you have to make the right decision, sometimes you have to make the decision right! War nett euch gekannt zu haben.

    [1] http://www.funkfeuer.at/

     
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